Mantrailing

Hunde sind Weltmeister im Riechen. Ihre Nasen sind mit rund 250 Millionen Riechzellen (olfaktorische Rezeptorzellen) ausgerüstet, die es ihnen ermöglichen, Duftstoffe aufzunehmen und zu komplexen Informationen zu verarbeiten. Ausgestattet mit nur ca. 25 Millionen Rezeptoren riecht die menschliche Nase vergleichsweise kaum etwas und kann den Duftstoffen nur simple Informationszusammenhänge entlocken.

 

 

Was ist Mantrailing?

Mantrailing ist eine aus den USA kommende Methode, um mithilfe von Spürhunden vermisste bzw. gesuchte Personen („man“) aufzuspüren („trail“). Sie baut auf der Fähigkeit des Hundes auf, einer bestimmten Duftspur kilometerweit folgen zu können. Mantrailing kommt vorrangig bei der Polizei und beim Rettungsdienst zum Einsatz und hat in diesen Bereichen seinen Ursprung.

 

Während bei konventioneller Fährtensuche Hunde einer von Tieren, Menschen oder Gegenständen am Boden hinterlassenen Spur folgen, lernen die sogenannten Mantrailer (Personenspürhunde), einen spezifischen menschlichen Duftstoff aus allen anderen Düften herauszuriechen und seine Spur zu erkennen.

 

Es ist faszinierend wie Mantrailer die Duftmarke in der Luft auch noch nach Tagen erschnuppern können.

Mantrailing stellt eine natürliche Auslastung für jeden Haushund dar und ist darüber hinaus eine faszinierende Beschäftigung mit dem eigenen Hund.

 

 

Welcher Hund eignet sich für Mantrailing?

Ob ein Junghund oder ein Senior – fast jeder Hund ist für Mantrailing geeignet.

 

 

Wie arbeitet ein Mantrailer?

Jeder Mensch hat einen einzigartigen Individualgeruch, der sich aus verbrauchter Atemluft, vielfältigen Körperausdünstungen und Gasen aus körpereigenen Stoffwechselvorgängen zusammensetzt. Hinzu kommen ausgefallene Haare sowie Bakterien, die den menschlichen Körper besiedeln. Diesem Duftcocktail gesellen sich zusätzlich ca. 1 bis 1,5 Gramm winzige Hautschuppen, die jeder Mensch pro Tag verliert.

 

In Mantrailing trainierte Hunde lernen diese unverwechselbaren Düfte zu „lesen“, sie von anderen Gerüchen zu unterscheiden und ihnen gezielt zu folgen. Anhand der individuellen Bakterien, die unsere Haut- und Haarzellen in einem biochemischen Prozess zersetzen, sind Mantrailer sogar fähig, zwischen neuem und altem Trail (Spur) zu unterscheiden. Ein entsprechend trainierter Hund folgt der frischen Spur und vernachlässigt die alte. Darüber hinaus sind Hunde zum sogenannten Stereoriechen, einem räumlichen Riechen, fähig. Sie nehmen die Gerüche je Nasenloch einzeln wahr und können die Richtung, aus der sie kommen, zuordnen.

 

Beim Mantrailing wird der Hund auf eine einzige Geruchsprobe geeicht. Auf dem Trail sondiert er dann jene Duftpartikel seiner Umgebung, die mit der Geruchsprobe übereinstimmen, und „interpretiert“ sie gewissermaßen in Bezug auf Alter, Richtung und Intensität.

 

Was wird für das Mantrailing benötigt?

  • Die Bereitschaft mit dem Hund gemeinsam Abenteuer zu erleben
  • ein Auto für die Wartezeit des Hundes
  • Warnweste
  • Gut sitzendes Halsband
  • Eine lange Leine (5 bis 10 m)
  • gut sitzendes Brustgeschirr
  • tolle Belohnungen (Futter und/oder Spielzeug
  • Wasser (Nasenarbeit macht durstig)

 

Warum ist Mantrailing so eine tolle Auslastung?

 

Die Verfolgung einer Spur ist für den Hund die natürlichste Sache der Welt (Jagd). Somit erhalten gerade jagdlich motivierte Hunde ein Betätigungsfeld und können ihre Passion und Spezialisierung - gemeinsam mit ihrem Menschen - endlich einmal ausleben.

Dies hat unter anderem einen positiven Einfluss auf die Mensch-Hund-Beziehung.

Zudem kann beim Vierbeiner ruhiges, eigenständiges und konzentriertes Arbeiten gefördert werden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© SVÖ HARTKIRCHEN OG 013